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Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte nach einem
Beschluß des Alliierten Kontrollrates die Demontage der deutschen
Rüstungsbetriebe, zu denen auch die Autounion und damit die Betriebe Horch und
Audi in Zwickau gehörten.
Ein weiterer Beschluß dieses Gremiums verbot die Automobilproduktion in den
Besatzungszonen. Nach der Lockerung dieser Anordnung begann dann aber doch
wieder eine bescheidene Motorisierung.
In Zwickau wurde bei Audi von 1949 bis 1955 in kleinen Stückzahlen wieder der
beliebte Vorkriegs-Kleinwagen DKW F8 als IFA F8 produziert.
Auf dem Gebiet der DDR gab es damals nur eine sehr bescheidene
Grundstoffindustrie und die dort gelegenen Betriebe waren von den
traditionellen deutschen Stahlrevieren in Oberschlesien und im Ruhrgebiet
abgeschnitten. Das erschwerte hier die Bedingungen für einen Neustart im
Automobilbau in besonderem Maße. Eklatant war vor allem der Mangel an
Tiefziehblechen für den
Karosseriebau, die unter ein Handelsembargo der westlichen Staaten
gegen die DDR fielen. Um überhaupt Personenwagen in nennenswerter Stückzahl
bauen zu können, wurde mit der Entwicklung eines
Kunststoffes als Ersatz für
Karosseriebleche begonnen.
14. Januar 1954
Am 14. Januar 1954 begann die eigentliche Geschichte des Trabant.
An diesem Tag bekam der Minister für Maschinenbau vom Präsidium des
Ministerrats der DDR folgenden Beschluss: "Um dem Mangel an Autos aus
volkseigener Produktion abzuhelfen, soll ein Kleinwagen mit folgenden Eckdaten
entwickelt werden:
Kleinwagen mit zwei Haupt- und zwei Nebensitzen
Gewicht des fahrfertigen Wagens maximal 600 kg
Kraftstoffverbrauch 5,5 Liter/100 km
Jahresproduktion 12.000 Stück
Preis 4.000 Mark ab Werk
Verwendung von Kunststoff für die Karosserie
Entwicklungszeit 18 Monate
Es sollte noch mehr als vier Jahre dauern, bis der im Ministerratsbeschluss
genannte "P 50" (P für Personenwagen, 50 für 500 ccm Hubraum) erschien.
1955 bis 1959
Nach gründlicher Vorerprobung ging der Typ P 50 am 7. November 1957 in
die Vorserien- und am 10. Juli 1958 in die Serienproduktion. Kurz vor
Serienbeginn kam es am 1. Mai 1958 zum Zusammenschluss der beiden
traditionsreichen Zwickauer Firmen Horch und Audi.
Vor dem Zusammenschluss hieß das ehemalige Werk Horch "VEB
Kraftfahrzeugwerk Zwickau" (AWZ). Um den neuen Namen für den vereinigten
Betrieb wurde in der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des
Betriebszusammenschlusses heftig diskutiert, weil er beiden Betrieben gerecht
werden sollte. Man einigte sich schließlich auf den Firmennamen "VEB
Sachsenring Automobilwerke Zwickau".
Für den Kleinwagen P 50 war von vornherein eine
Kunststoffkarosserie
vorgesehen. Da aber zum Zeitpunkt der Geburt dieser Idee weder eine
Fahrzeugkonstruktion noch Produktionseinrichtungen vorhanden waren, wurde für
die Erprobung der Kunststoffkarosserie aus dem IFA F 8 schnell ein
Zwischentyp P 70 "Zwickau" geschaffen, 1955 auf der Herbstmesse in
Leipzig vorgestellt und in den Jahren 1955-59 gebaut.
Die Umstellung war deshalb so schnell möglich, weil der PKW F 8 eine
Karosserie mit Holzgerippe hatte und somit die erforderlichen
Produktionsmittel im Werk Audi selbst hergestellt werden konnten.
An 36.796 Exemplaren wurden die notwendigen Erfahrungen zur Anwendung des
neuen Werkstoffes, einem
Duroplast, gesammelt. Damit waren auf diesem Sektor Voraussetzungen
für einen störungsfreien Serienanlauf des P 50 gegeben. War der P 70
das weltweit erste Serienfahrzeug mit
Kunststoffkarosserie,
so war und ist der Trabant das erste und einzige Großserienfahrzeug dieser
Art.
Der Typ P 50 bekam im Gegensatz zum Vorgänger P 70 eine
Selbsttragende
Rohkarosserie aus Stahlblech. In beiden Fällen wurden jedoch Duroplastteile
für die Außenbeplankung verwendet. An der Selbstragenden Karosserie des P 50
war der gesamte Frontantriebsblock in Form eines "Fahrschemels" angeflanscht.
Im Falle einer größeren Reparatur konnte der Fahrschemel durch Lösen der sechs
Befestigungsschrauben schnell vom Fahrzeug getrennt werden. Alle Teile des
Frontantriebsblocks waren dann sehr gut zugänglich.
Den Namen "Trabant" erhielt der Kleinwagen erst nach Produktionsbeginn, er war
das Ergebnis einer Wettbewerbsauschreibung und stand einerseits für "Begleiter
des Menschen", andererseits erinnerte er an den Start des ersten künstlichen
Erdtrabanten (Sputnik) am 04.10.1957, kurz vor Beginn der Vorserienfertigung.
Die angewandten Konstruktionsprinzipien verschafften dem Trabant dann auch
bald den Ruf eines zuverlässigen, störungsarmen und leicht reparierbaren
Fahrzeugs mit geringen Betriebskosten. Allerdings wurden mit zunehmender
Herstellungsdauer die Wünsche nach mehr Komfort unüberhörbar. Diesen wurde
1962 mit einem stärkeren Motor (600 ccm, 23 PS [P 60] statt 500 ccm, 18 PS
[P 50/1] bzw. 500 ccm, 20 PS [P 50/2]), 1964 mit einer neuen, verbesserten
Karosserie (P 601), 1966 mit einer "Luxusausführung" und ab Anfang 1969 mit
neuem Motor (600 ccm, 26 PS) entsprochen. Damit war aber auch das Ende der
Weiterentwicklung und Produktion des Trabant vorgesehen, denn zur gleichen
Zeit begann die Entwicklung des Nachfolgemodells P 603, das 1967 mit einer
neuartigen Vollheckarosserie aus Duroplast und einem Wankelmotor in Serie
gehen sollte.
Wankelmotor
für den Nachfolgetyp
Die Entwicklung von Wankelmotoren, auch Kreiskolbenmotor genannt, wurde in der
DDR kurz nach der Vorstellung durch die Neckarsulmer Firma NSU begonnen und
verlief dann später im Rahmen der Entwicklungsgemeinschaft um NSU. Nach
schnellen Anfangserfolgen konnte aber die 1965 erforderliche Serienfreigabe
nicht erteilt werden, weil insbesondere das Problem der "Rattermarken"
seinerzeit noch nicht gelöst war. Auch die Abgaszusammensetzung (für die es
damals allerdings noch keine Vorschriften gab) war ungünstiger als bei
Hubkolbenmotoren.
Der Termin 1967 für den Serienanlauf des sehr fortschrittlich konzipierten
Trabant-Nachfolgers P 603 war hierdurch zwar gefährdet, das Fahrzeug hätte
jedoch auch mit einem anderen Motor ausgerüstet werden können. Es erfolgte
aber seitens der staatlichen Planungsorgane keine volkswirtschaftliche
Einordnung der materiellen und finanziellen Fonds für den Neubau eines
Motorenwerkes. Heute existiert vom P 603 leider nur noch ein Holzmodell.
Weshalb kam der Nachfolgetyp
nicht?
An sich wäre für den neuen Typ breits damals ein
neues Herstellungswerk nötig gewesen, zumindest aber eine Betriebserweiterung.
Der bestehende Mangel an Baustoffen, Arbeitskräften und Werkzeugmaschinen war
natürlich der Betriebsleitung von Sachsenring bekannt.
Um eine Ablehnung des neuen Fahrzeugtyps seitens der für Investitionen
zuständigen Stellen in Berlin aus diesen Gründen zu vermeiden, hatte man bei
Sachsenring dafür gesorgt, dass der P 603 weitgehend mit vorhandenen
Einrichtungen hätte hergestellt werden können und nur ein Teil neuer
Ausrüstungen erforderlich gewesen wären.
Aber auch dieser Teil war für eine Ablehnung noch groß genug. Gründe dafür
waren: der eigene durchaus leistungsfähige Werkzeugmaschinenbau war durch
Exportverpflichtungen (teilweise noch Reparationen an die Sowjetunion) voll
ausgelastet. Die mit dem kalten Krieg verbundenen Embargo-Auswirkungen zwangen
die DDR zum Aufbau einer eigenen Grundstoff- und Zulieferindustrie. Das groß
angelegte ehrgeizige Landwirtschaftsprogramm zur Verbesserung der
Lebensmittelversorgung und die Nachwirkungen geleisteter Reparationen ließen
den Neuanlauf finaziell nicht zu.
Verordnete Entwicklungsagonie
bei Sachsenring
Für Sachsenring gab es eine Entwicklungssperre bis Anfang
der 70er Jahre. Hatte man 1964 schon die Losung ausgegeben, jetzt alle
verfügbaren Kräfte auf den Nachfolgetyp zu konzentrieren und keinen Handschlag
mehr an eine Weiterentwicklung des Trabant zu vergeuden, mußte man auch nach
1967 wohl oder übel doch dieses Fahrzeug weiterproduzieren.
Da es keine neuen Produktionseinrichtungen gab, mußte sich die
Weiterentwicklung auf Materialeinsparungen und auf kleine Verbesserungen, die
mit selbstgebauten Rationalisierungsmitteln serienwirksam werden konnten,
beschränken.
Ab Mitte der 60er Jahre bereitete der Zweitaktmotor des Trabant auch
Schwierigkeiten im Export. Die bei Sachsenring begonnene Entwicklung eines
Viertaktmotors mußte abgebrochen werden, weil die dafür erforderlichen
Taktstraßen nicht bereitstellbar waren. So nahm die Wirtschaftsleitung der DDR
notgedrungen den Exportrückgang bei PKW in Kauf.
Neue Hoffnung: ein
Gemeinschaftsauto mit den Tschechen
Typisch für die damalige Situation in den RGW Staaten war,
daß mit Ausnahme der DDR in allen anderen Staaten der PKW-Bau gefördert wurde.
Das galt besonders für die Tschechoslowakei.
Aber auch dort hatte die erste Erdölkrise Anfang der 70er Jahre Finazlöcher
hinterlassen, so daß die CSSR der DDR den Vorschlag unterbreitete, ein
PKW-Modell gemeinsam zu entwickeln und in Arbeitsteilung zu bauen.
Das Fahrwerk sollte aus Rationalisierungsgründen einheitlich sein, während zur
Vermeidung einer Uniformierung im Straßenbild in beiden Staaten
unterschiedliche Karosserien vorgesehen waren. Die Stückzahlen sollten rund
verdreifacht werden, um besonders die langen Bestellfristen abzubauen.
Nach Abschluß der Entwicklung, als die Produktionsvorbereitungen beginnen
sollten, wurden Kapazitätserfordernisse sichtbar, die mit den
volkswirtschaftlichen Bilanzen nicht in Übereinstimmung zu bringen waren.
Versuche zur Kooperation mit französichen Automobilkonzernen brachten nicht
das gewünschte Ergebnis, führten aber - wenn auch mit Terminverzug - immerhin
zur Errichtung von Teilkapazitäten auf Lizenzbasis und zu
Ausrüstungslieferungen.
Für das Projekt gab es bereits einen Ministerratsbeschluß und ein
Regierungsabkommen DDR-CSSR. In einer Sitzung des Politbüros der SED am
3. April 1973 wurde dann allerdings vom Sekretär für Wirtschaft festgelegt,
daß die Angelegenheit nicht entscheidungsreif wäre.
Das Gesamtvorhaben wurde zunächst für den Zeitabschnitt eines fünf
Jahresplanes zurückgestellt und später aufgrund einer Entscheidung zur
vorrangigen Entwicklung der Mikroelektronik in der DDR völlig aufgegeben.
Der Trabant blieb weiter in der Produktion. Die Aktivitäten waren auf
Stückzahlsteigerung ausgerichtet. Technische Verbesserungen gab es weiterhin
nur in dem Rahmen, den die spärliche Zuteilung von Werkzeugmaschinen zuließ.
Nochmals Hoffnung: das
Gemeinschaftsauto in der DDR
Ende der 70er Jahre gab es den Versuch, das verhinderte
"Gemeinschaftsauto DDR-CSSR" durch Zusammenarbeit der Automobilwerke Zwickau
und Eisenach innerhalb der DDR zu realisieren, um vor allem zu größeren
Stückzahlen zu kommen. Das Vorhaben scheiterte am subjektiven Widerstand der
Leitung des Werkes Eisenach, das nicht zu einem Zulieferbetrieb von
Sachsenring werden, sondern Endproduzent mit einem eigenen Fahrzeugtyp bleiben
wollte.
Endlich:
ein neues Werk in Sicht
Inzwischen war der Trabant schon 20 Jahre in Produktion und hatte damit von
der Produktionsdauer bereits das legendäre Ford-T-Modell übertroffen. Der
Zwang zu einem neuen PKW-Werk war immer größer geworden. Die Wartedauer auf
ein neues Fahrzeug betrug bereits 10 Jahre. Der Unwille der Bevölkerung über
diesen Zustand war inzwischen so deutlich geworden, daß er auch im Politbüro
nicht mehr ignoriert werden konnte.
So entschloß man sich trotz der durch die zweite Erdölkrise verursachten
negativen Auswirkungen endlich zum Neubau eines PKW-Werkes. Dieses sollte
- wiederum aus finanziellen Gründen - etappenweise entstehen. Für die
Modellpolitik im Automobilbau ist ein solches Verfahren nicht so günstig, aber
die Zwickauer Automobilbauer waren glücklich, daß endlich wieder Licht am Ende
des Tunnels zu sehen war.
Als Standort für das neue Werk war ein gut geeignetes Gelände nördlich von
Zwickau in der Gemeinde Mosel freigegeben worden. Die erste Etappe war ein
Gelenkwellenwerk, das in Zusammenarbeit mit Citroën entstand.
Entwicklungsseitig wurde zu Begin der 80er Jahre an einer neuen,
strömungsgünstigen Karosserie gearbeitet, die aber auf das alte
Trabant-Fahrwerk passen mußte, denn es gab nach wie vor keine neuen
Produktionseinrichtungen. Gleichzeitig konnten zwei Motorenentwicklungen
durchgesetzt werden. Einmal wurde der bisherige Trabant-Zweitaktmotor (mit
Vergaser) auf eine elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung umgestellt, zum
anderen wurde ein Dreizylinder-Dieselmotor entwickelt.
Die erste Entwicklung war dem Zwang geschuldet, keine neuen Produktionsmittel
zu beanspruchen, das war bei der zweiten, dem Dieselmotor natürlich nicht der
Fall. Hier spielte aber die Tatsache eine Rolle, daß die DDR damals
Dieselkraftstoff leichter als Ottokraftstoff bereitstellen konnte.
Die elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung brachte als Hauptergebnis eine
Kraftstoffeinsparung von 18 Prozent gegenüber dem Vergaserbetrieb, der
Dieselmotor, der von Anfang an bemerkenswert gut lief, brachte sogar
30 Prozent Kraftstoffeinsparung. Bei Fahrversuchen mit dem Diesel-Trabant
wurde von unterschiedlichen neutralen Prüfstellen ein Durchschnittsverbrauch
von 4,5l/100 km gemessen. In Verbindung mit der neuen strömungsgünstigen
Karosserie hätte man schon Mitte der 80er Jahre ein "4-Liter-Auto" haben
können.
Das Ergebnis war so überzeugend, daß sich damals sogar Regierung und Politbüro
für die Produktionseinführung einsetzten. Der Generaldirektor des
Werkzeugmaschinenbaus erklärte sich bereit, alle erforderlichen Taktstraßen zu
liefern, wenn er dafür drei Jahre vom Export entbunden würde. Das allerdings
geschah bei dem immer größer werdenden Devisenhunger der DDR nicht. Man
versuchte vielmehr, das Problem über den den Import der benötigten
Werkzeugmaschinen zu lösen.
Große Hindernisse gab es auch bei der Serienvorbereitung der neuen Karosserie.
Die erforderlichen Umformwerkzeuge konnten in der DDR nicht hergestellt
werden. Bis 1969 hatte der Automobilbau seinen eigenen Formenbau in
Schwarzenberg. Dieser wurde damals dem Pressenbau Erfurt zugeteilt. Pressen
aus Erfurt waren ein gutgehender Exportartikel. Die Käufer wollten aber
sogenannte Komplettlösungen, also Pressen und Formen. Damit war auch der
Formenbau voll für den Export ausgelastet und für die Erfordernisse des
Automobilbaus war keine Kapazität mehr vorhanden. Verhandlungen mit
sowjetischen und polnischen Firmen führten zu zwei Jahren Verzögerung. Auch
das Problem der Werkzeugmaschinenbeschaffung für den Dieselmotor zog sich in
die Länge.
Der Trabant
und VW
In dieser Situation wurde eine Meldung bekannt, wonach die Firma Volkswagen AG
in Hannover ein Motorenwerk aus Gründen der Überkapazität aufgeben wollte.
Diese Information stellte sich als wahr heraus und nach längeren Verhandlungen
kam man überein, die Maschinen nach einer Generalreparatur nach
Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) umzusetzten und diese durch Gegenlieferung von
Rumpfmotoren zu bezahlen.
Der Einbau der VW-Motoren in den Trabant erforderte eine bedeutende
Umkonstruktion des Motorraumes und ein neues Getriebe. Bei dieser Gelegenheit
wurde auch das Fahrwerk grundlegend modernisiert, dagegen gab es am äußeren
Erscheinungsbild nur geringfügige Veränderungen.
Der Einbau der inzwischen in Karl-Marx-Stadt produzierten Motoren mit 1100 ccm
Hubraum begann Mitte 1988. Bis dahin wurde der Trabant 30 Jahre mit nur
relativ kleinen Ändeungen gebaut.
Die 1988 wirksam gewordenen Veränderungen fanden ihren Niederschlag in dem
geänderten Typennamen "Trabant 1.1". Diesem Typ war allerdings keine lange
Produktionsdauer beschieden.
Das Ende der
Trabant-(Produktions)-Ära
Am 9. November 1989 kam es in der DDR zur politischen
Wende, als deren Folge die Bürger der DDR Zugriff auf westliche Kraftfahrzeuge
bekamen. Dadurch ging der Absatz sowohl beim Typ 601 als auch beim Typ 1.1
enorm zurück. Der Versuch mit neuen Karosserievarianten den Absatz wieder
anzukurbeln, schlug schon desshalb fehl, weil Sachsenring nicht die Mittel
hatte, diese neuen Varianten mit einer großen Werbeaktion bekannt zu machen.
So lief am 25. Juli 1990 in Zwickau der letzte Trabant P 601 vom Band. Am
gleichen Tag wurde der erste VW Polo in Zwickau in Serie montiert.
Am 30. April 1991 rollte dann der allerletzte Trabant, ein Trabant 1.1, vom
Fließband sofort ins Automobilmuseum "August Horch Zwickau".
Eine Ära mit Freud und Leid war zu Ende. 3.096.099 Trabant hatten im Laufe von
33 Jahren Produktionszeit den "VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau" bzw.
seit 1990 die "Sachsenring Automobilwerke GmbH" verlassen.
Quellen:
Meissner, Wie helfe ich mir selbst!, VEB Verlag Technik,
1974
Matthias Röcke, "Die Trabi-Story", 1998 Heel Verlag GmbH
www.jhk1.de
Prof. Dr.-Ing. F. Meißner, "Du und Dein Trabant" das
Informationsblatt für Trabantfahrer
Mitgliederzeitschrift des Internationalen Trabant-Registers "Inter Trab" e.V.
Ausgabe Nummer 32, Sommer 1997
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