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Als ich vor 23 Jahren geboren wurde, war ich noch sehr jung. Meine Eltern
waren gerade auf dem Feld und holten Kartoffeln. Es war nicht unser Feld,
aber wir holten dort immer unsere Kartoffeln.
Mein Vater ist jetzt im Gefängnis wegen seines Glaubens. Er glaubte, er
konnte die Miete nicht bezahlen.
Wir waren zu Hause 20 Geschwister, 10 Jungen, 9 Mädchen und ein
Blindgänger. Wir schliefen alle in einem Zimmer mit Gasmaske. Das Handtuch
stand gleich hinter der Tür.
Da wir nur ein Bett hatten, war es mit dem Schlafen sehr schwierig. Meine
Mutter legte erst ein Kind ins Bett und nahm es heraus als es
eingeschlafen war und stellte es an die Wand. Dann kam das nächste dran.
Nur mit dem Wecken klappte es nicht so recht, ich bin einmal 14 Tage
stehen geblieben, ohne das es jemand merkte.
Wir waren eine sehr musikalische Familie. Mein Vater war ein Pianoträger,
meine Mutter nähte auf einer Singer (Nähmaschine). Mein älterer Bruder war
ein Sänger, er sank immer tiefer, jetzt brummt er schon 2 Jahre. Am
musikalischsten war meine kleine Schwester, sie ging schon bei der Geburt
flöten.
Wir waren eine sehr intelligente Familie. Ein Bruder von mir war schon auf
der Uni, er steht dort in Spiritus, denn er hatte 2 Köpfe. Ein anderer
Bruder war ein Verwandlungskünstler. Er ging in einem alten Mantel in ein
Lokal und kam mit einem neuen wieder heraus. Ein anderer war Klempner.
Was er bei Tag klemmte wurde in der Nacht verlötet. Einer meiner Brüder
war im Strandbad beschäftigt. Er steht dort als Brause, denn er hat einen
Wasserkopf. Meine Schwester ist sehr dünn, so muss sie zweimal zur Tür
hereinkommen, damit man sie einmal sieht. Meine ältere Schwester hat
Zwillinge, sie sehen sich sehr ähnlich, besonders der eine.
Wir heißen alle Fritz, bis auf Paul, der heißt Emil. Ich bin auch zur
Schule gegangen und war der Liebling der Lehrer. Ich durfte verschiedene
Klassen zweimal besuchen, während die anderen in eine andere Klasse
mussten.
Einmal wurde ich in der Geschichtsstunde gefragt: "Was war Goethe von
Beruf?" Ich sagte: "Damenschneider". Der Lehrer fragte "Warum"? Ich sagte:
"Als er ins Gretchenzimmer kam, sagte er, hier will ich säumen!"
In der Rechenstunde fragte mich der Lehrer: "Wenn du beim Bäcker 10,- DM,
beim Fleischer 20,- DM und beim Kaufmann 40,- DM Schulden hast, wie viel
ist das zusammen?" Ich antwortete: "Das weiß ich nicht, wenn es soweit
ist, ziehen wir meistens um."
Als ich aus der Schule kam, ging ich zu einem Schmied in die Lehre. Er gab
mir einen Hammer und sagte: "Wenn ich nicke schlage zu." Er nickte nie
wieder.
Dann wurde ich Fotograph. Da kam einer zu mir und fragte mich, ob ich
seine Familie vergrößern wolle. Ich sagte ihm, das solle der machen, der
damit angefangen hat.
Ich stehe vor einem Käseladen, da kommt mein Freund Karl und sagt: "Mensch
Hein, bist du das?" Ich sagte: "Nein, das ist der Käseladen." Wir gingen
hinein und fragten die Verkäuferin. "Haben Sie Schweizer Käse?" - "Nein" -
"Haben Sie Harzer?" - "Nein" - "Haben Sie Rockfort?" Sie sagte: "Denken
Sie ich verkaufe im Hemd!"
Dann wurde ich Vertreter. Mein Chef war sehr genau und fragte: "Was sind
die früher gewesen von Beruf?" Ich habe den Ölsardinen die Augen
ausgedrückt bevor sie in die Büchse kamen. Ihm fiel auf, dass ich eine sehr
langsame Aussprache hatte. Er fragte: "Können Sie überhaupt etwas schnell
machen?" Um 8°°Uhr nahm ich mein Frühstück ein, da kam der Chef und
brüllte: "Hier gibt es kein Frühstück!" "Das dachte ich mir, darum habe
ich meines selber mitgebracht."
Dann bin ich zur Bühne (Oper) gegangen. Ich habe im Wildschütz mitgespielt
und war die Wildsau. Dann kam ich zum Schauspielhaus. Da hatte ich in
einem Stück zu sagen: "Sie kommen noch nicht." Bei der Generalprobe habe
ich gefehlt! Dann kam die Premiere, als ich auf die Bühne kam, war in der
Mitte ein Kasten aus dem eine Frau mit Brille herauskam und mir
zuflüsterte: "Sie kommen noch nicht." Da habe ich mir gedacht: "Nun dann
eben nicht." Und bin gegangen. Der Direktor sagte: "Ich sei unbezahlbar."
Ich habe auch kein Geld bekommen. Aber er hat mir seine Hand gegeben und
zwar ins Gesicht.
Wenn einer nichts kann und nichts weiß, dann bleibt nur der letzte Ausweg,
die Polizei. So bin ich Polizist geworden. Mein Wachtmeister zeigte mir
mein Revier. "Dort bis zum roten Licht reicht Ihr Revier, das müssen sie
abgehen." Und das rote Licht war das Rücklicht eines Transporters, der
nach Leipzig fuhr.
Neulich war ich bei einer Familie zu Besuch. Die ist sehr sparsam. Nur um
einen Hund zu sparen, gehen sie nachts vors Haus und bellen. Wenn sie
abends im Bett lesen, machen sie jedes mal, wenn sie umblättern das Licht
aus. Zu Ostern war ich zum Mittag eingeladen. Wenn die Suppe so warm wie
der Wein, der Wein so alt wie die Gans, die Gans so fett wie meine
Tischnachbarin gewesen wäre, hätte es mir wohl gefallen. Bei meiner Tante
gab es Ente. Als das Dienstmädchen die Ente ins Zimmer brachte, sagte
meine Tante zu ihr: "Geben sie meinem Neffen die Brust." Da ist mir der
Appetit vergangen.
In einem Warenhaus traf ich Karl, der gerade ein Paar Socken in die Tasche
steckte. Ich sagte: "Karl, das kannst du doch nicht machen." Er meinte:
"Kannst Du nicht lesen, mausgraue Socken, solange der Vorrat reicht."
In der letzten Zeit konnte ich mich selbst nicht mehr leiden. Gestern habe
ich mich auf der Straße stehen lassen und bin allein weitergegangen. Dann
tat ich mir leid und wollte mich wieder holen. Als ich mich umsah war ich
nicht mehr da.
Mit
verwirrten Grüßen Ich
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