Schlafen auf dem Autodach
Folgende Anleitung für ein Dachzelt (nicht Müller-Dachzelt!) war in
den siebziger Jahren in "Der deutsche Strassenverkehr" zu lesen.
Autotouristen lassen sich viel einfallen, um unterwegs möglichst
unkompliziert und mit geringen Kosten übernachten zu können. Im Auto
selbst - auf den Liegesitzen - wird richtiges Schlafen kaum möglich.
Außerdem ist die vorher notwendige Gepäckräumerei nicht jedermanns Sache.
Auch das Zelt neben dem Auto bleibt nicht ohne Probleme, wenn es in
Strömen regnet oder der Untergrund uneben ist. Mehr und mehr PKW-Touristen
steigen deshalb abends einfach aufs Wagendach oder bauen mit wenigen
Handgriffen ein Autozelt auf, das den PKW in den Wohn- bzw. Schlafbereich
mit einbezieht.
Allerdings erkennen manche Zeltplatzordnungen ein Autozelt nicht als
Leinwandvilla im Sinne der Campingbestimmungen an, sondern sehen darin
zuerst ein Kraftfahrzeug. Und das muss auf einigen Campingplätzen auf
einem besonderen Parkplatz (meist am Eingang des Zeltplatzes) abgestellt
werden. Dort aber ist wiederum jeglicher Zeltaufbau unwerünscht. Im
Ausland sind uns solche Regelungen noch nicht aufgefallen.
Aber ganz ausschließen sollte man sie nicht. Ein Leser unserer
Zeitschrift hat Erfahrungen mit einem Autozelt gemacht. Wir nehmen an,
dass sich Autotouristen für seine Beschreibung interessieren und
veröffentlichen sie deshalb auszugsweise.
Als Schlafgelegenheit ist ein Zelt auf dem PKW-Dach für zwei Personen
durchaus geeignet. Die Schlafraumfläche kann einem normalen Kleinzelt
entsprechen. Allerdings wird die Fahrgeschwindigkeit durch den
Dachgepäckaufbau etwas geringer. Die Dachlast erfordert auch ein
gefühlvolleres Fahren in Kurven. Die niedrige Stirnseite bremst die Fahrt
aber nicht so stark wie ungeschickt beladene Dachgepäckträger, die man ja
während der Urlaubszeit beobachten kann.
Wohin mit dem Dachzelt, wenn man es nicht braucht? Die gesamte
Konstruktion lässt sich zum Beispiel einfach in der Garage etwa 30 cm über
dem Wagendach an vier in der Garagendecke befindlichen Haken aufhängen. In
zwei Minuten ist das Gestell vom Wagendach abgenommen oder aufgesetzt.
Dabei wird es von zwei Personen gleichmäßig angehoben. Was zum Schlafen
für zwei Personen benötigt wird (Schaumgummiunterlagen, Steppdecken,
Kissen, Decken - ja sogar Schlafanzüge oder auch Bademäntel) ist im
Autozelt untergebracht. Es sind also keine Einzelvorbereitungen für die
eigentliche Übernachtung nötig. Dass für die Übernachtung vorwiegend
geeignete Campingplätze aufgesucht werden, dürfte schon im Hinblick auf die
sanitären Einrichtungen zweckmäßig sein.
Dass der Wagen einigermaßen waagerecht stehen sollte, ist
selbstverständlich. Dabei spielt steiniger oder etwas nasser Boden absolut
keine Rollte. Romantische Flecken in kleinen Senken, welche von
erfahrenen Zeltern gemieden werden, ergeben wunderbare Stellplätze. Das
gesamte Gepäck bleibt an Ort und Stelle im Wagen. Ein besonderer Vorteil
bei Übernachtungen sei erwähnt: Jeder ist sein eigener Parkwächter!
Aber möglich ist auch einen andere Aufbauvariante: Die Konstruktion
kann neben dem Auto abgestellt werden. Ein stärkeres Fahrzeug bewältigt
auch noch einen Bootsanhänger. Wasserwanderern und Anglern ist das sicher
angenehm. Wer Kinder mit auf Reisen nimmt, kann sie im Dachzelt oder aber
im Auto schlafen lassen. Das Auto allein böte der kompletten Familie ja
niemals einen Schlafplatz.
Ich habe ein Autozelt konstruiert, das sich für den Trabant Universal
und für die Limousine eignet. (Einen Unterschied gibt es lediglich in der
Verschweißung der hinteren Tragstützen.) Die Liegefläche ist 1000 x 1800
mm groß. Die Leermasse beträgt etwa 36 kg. Das Autozelt besteht aus
folgenden Hauptteilen: